Chipdatei gefährliche Hunde
Fast 3000 gefährliche Hunde aus ganz Rheinland-Pfalz in Chipdatei bei der ADD erfasst - ein zusätzlicher Schritt in Richtung E-Government

Zentral für ganz Rheinland-Pfalz wird bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) jetzt eine Chipdatei geführt, in der alle sogenannten gefährlichen Hunde erfasst sind. "Mit der landesweiten Chipdatei können wir jederzeit jeden nach dem Landeshundegesetz meldepflichtigen Hund seinem Halter zuordnen. Außerdem haben wir so einen Überblick über alle gefährlichen Hunde in Rheinland-Pfalz" beschreibt der zuständige ADD-Mitarbeiter Bernhard Kuhn, die Vorteile der zentralen Datei.

Seit dem 30.06.2000 werden in Rheinland-Pfalz alle American Staffordshire Terrier, Typ Pit Bull Terrier, Staffordshire Bullterrier und Hunde, die von einer dieser Rassen abstammen mit einen Mikrochip versehen. Alle Hunde, die sich als bissig erwiesen haben oder durch ihr Verhalten auffällig geworden sind, werden ebenfalls mit einem solchen Chip ausgestattet. Der Chip dient der eindeutigen Identifizierung des Hundes und kann von den Ordnungsbehörden und der Polizei ausgelesen werden.

Nach dem seit diesem Jahr geltenden Landesgesetz über gefährliche Hunde, dass die bis dahin geltende Gefahrenabwehrverordnung "Gefährliche Hunde" abgelöst hat, besteht für diese drei Rassen, deren Abkömmlinge, sowie für auffällige Hunde weiterhin eine Meldepflicht. "Wer solche Hunde halten will, muss dies bei den örtlichen Ordnungsbehörden der Gemeinde, Verbandsgemeinde oder Stadtverwaltung anmelden und eine Erlaubnis beantragen. Dabei sind neben der Rasse und des Alters des Hundes auch die Personalien des Halters anzugeben. Diese Daten werden dann in der Chipdatei gespeichert" erläutert Kuhn.

In der Chipdatei werden derzeit knapp 3000 gefährliche Hunde geführt, davon sind gut 2700 Hunde einer der Rassen American Staffordshire Terrier, Typ Pit Bull Terrier, Staffordshire Bullterrier und deren Abkömmlingen zuzuordnen. Gut 300 Hunde aller anderen Rassen werden in der Chipdatei geführt, weil sie auffällig geworden sind. "Die Zahl der gefährlichen Hunde ist dabei leicht rückläufig und die Hunde werden im Schnitt immer älter. Vor zwei Jahren gab es noch fast 170 gefährliche Hunde mehr, das entspricht einem Rückgang von rund fünf Prozent. Die meisten dieser Hunde sind jetzt zwischen sechs und neun Jahre alt " stellt Kuhn fest.

Die höchste Zahl gefährlicher Hunde gibt es in Ludwigshafen, insgesamt 188 Hunde sind dort bei der Stadtverwaltung gemeldet. Danach folgt Pirmasens mit 150 meldepflichtigen Hunden. Die wenigsten gefährlichen Hunde gibt es in den Landkreisen Cochem-Zell und Daun, nur jeweils 10 Hunde sind aus diesen Regionen in der Chipdatei erfasst. Alle Hunde, die unter das Landeshundegesetz fallen sind anzuleinen und mit einem Maulkorb zu führen. Zudem ist eine Haftpflichtversicherung für diese Hunde abzuschließen. Für das Halten eines dieser Hunde ist darüber hinaus ein Sachkundenachweis zu führen. In Rheinland-Pfalz ist außerdem die Zucht, die Vermehrung und der Handel mit gefährlichen Hunden verboten. Verstöße können mit Geldbußen bis zu 5000 Euro geahndet werden.

ADD und die Leiter der Diensthundestaffeln der Polizei können die Chipdatei mit den personenbezogenen Daten jederzeit über einen gesicherten und kennwortgeschützen Bereich im Internet nutzen. "Dieser externe Zugriff über das Internet konnte in eigener Leistung durch die Programmiertätigkeit der ADD-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Verwendung der Basiskomponenten des Landesbetriebes Daten und Information (LDI) für E-Government, rlp-Service24, realisiert werden. "Wir haben so sehr viel Geld gespart und zeitnah eine maßgeschneiderte EDV-Anwendung realisiert. Das ist ein zusätzlicher Schritt in Richtung E-Government" erläutert der Leiter der EDV-Gruppe der ADD, Erich Scherf, den technischen Hintergrund der Chipdatei.

Über die Internetseite der ADD kann sich jeder Interessierte eine anonymisierte Auswertung der Zahl der gemeldeten Hunde im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt, nach den in der Chipdatei erfassten Hunderassen, dem Geburtsjahr der Hunde und dem Rechtsgrund der Meldepflicht ansehen.
 
  
 
  
 
 
 
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